FAQ - Reifen

ABNUTZUNGSGRAD UND -FORM

Wie auch alle übrigen Fahrzeugbestandteile nutzt sich der Reifen ab. Und nicht nur bei "falscher" Benutzung, sondern auch während des normalen Betriebs. Die Abnutzung der Reifen wird fast ausschließlich durch die Reibung verursacht, die bei der Berührung mit dem Erdboden und durch die damit verbundenen Kräfte, wie Antriebs-, Brems- und Lenkmomente, während der Fahrt entsteht. Die Rotationsreibung ist durch den Druck bedingt, den die Reifenstruktur in Funktion der angewandten Last erfährt.


REIFENDRUCK

Die Aufrechterhaltung des korrekten Druckwertes ist die Gewährleistung für Sicherheit und Wirtschaftlichkeit. Er ist das Ergebnis einer Reihe von Tests, die die Hersteller an den Fahrzeugen vorgenommen haben, und stellt den optimalen Kompromiss zwischen Leistung und Lebensdauer dar. Der korrekte Wert ist, bei unterschiedlichen Einsatzbedingungen, im Benutzerhandbuch des Fahrzeuges enthalten Es ist zweckmäßig, diese Werte mindestens einmal im Monat zu prüfen/wiederherzustellen, wobei auch das Ersatzrad miteinzubeziehen ist. Bei dieser Gelegenheit muss auch das Vorhandensein der Ventilabdeckkappe kontrolliert werden, die lediglich von Hand festzuschrauben ist. Ein niedriger Druckwert führt zu einem anomalen Verhalten des Fahrzeuges während der Fahrt sowie zu einer Erhitzung der Reifen, wodurch die Sicherheit beeinträchtigt wird. Ein hoher Druckwert verringert den Komfort der Passagiere drastisch und macht den Reifen empfindlicher gegenüber eventuellen Stößen auf die Flanken. Darüber hinaus besteht eine deutliche Verringerung der Kontaktfläche mit der Straße, was zu einer unsicheren und ungenauen Fahrweise führt. Mit einem korrekten Druckwert ist im übrigen auch eine einheitliche Abnutzung der Reifen verbunden, die für eine wirtschaftliche Fahrweise des Fahrzeuges grundlegend ist.


RISSE AUF DEN FLANKEN

Die Reifen sind auch bei geringer oder keiner Verwendung einer Alterung unterworfen. Wenn wir einen Reifen an einem beliebigen Fahrzeug betrachten, können wir feststellen, dass es sich bei den ausgesetzten/sichtbaren Bestandteilen um das Reifenprofil und die Flanke handelt. Die durch mehr oder weniger deutliche Risse hervorgehobenen Alterserscheinungen können schwerlich auf dem Reifenprofil festgestellt werden, wo der durch den Kontakt mit dem Asphalt verursachte Abrieb die den Witterungseinflüssen ausgesetzte Gummifläche ständig "erneuert". Die Zeichen des Auftretens dieser Erscheinung manifestieren sich in der Tat im Wesentlichen auf der Flanke des Reifens. Der Sauerstoff und das Ozon, die in der Atmosphäre enthalten sind, besitzen eine starke Tendenz zum Angriff der Mischungen durch das Einwirken von Wärme, Lichteinstrahlungen und anderen eventuell in der Umwelt enthaltenen Stoffen. Eine weitere Ursache, die zu einem Alterungsprozess der Flanke beiträgt, ist die Benutzung in einer stark verschmutzten Umgebung, wie beispielsweise den Stadtzentren. All dies wird durch die Aussetzungszeiten gegenüber den genannten Ursachen proportional verstärkt.


STÖSSE

Das Erscheinen einer Ausbeulung auf der Flanke ist das unmissverständliche Signal für einen irreparablen Schaden zu Lasten der Reifenkarkasse. Dieser Schaden wird normalerweise durch zufällige Stöße gegen Gehsteige, Hindernisse auf schlechten Straßen, Löcher, verursacht, kann jedoch auch durch einen zu geringen Betriebsdruck, Überlastungen und bisweilen zu steife Fahrwerke verursacht werden. Es muss darauf hingewiesen werden, dass die Verwendung von Reifen mit abgesenkten und stark abgesenkten Flanken eine stärkere Aufmerksamkeit bei der Verwendung und Wartung dieser Reifen erforderlich macht, da Schäden aus den obigen Gründen desto eher auftreten, je geringer der Querschnitt ist.


LÄNGERER STILLSTAND

Bei einem längeren Stillstand insbesondere im Freien sowie bei niedrigen Temperaturen sollte der Reifendruck bei den technischen Serien SR und TR auf bis zu 3,2 Bar, und bei den übrigen Serien auf bis zu 3,5 Bar, erhöht werden. Dadurch wird das sogen. Flat Spotting, eine Vibrationserscheinung, vermieden, die gerade beim Fahren eines Fahrzeuges nach einem längeren Stillstand auftritt. Die Ursache der Vibrationen lässt sich aus einer vorübergehenden Abflachung des Reifens ableiten, die meist nach einigen Kilometern Fahrt verschwindet, da die Erwärmung des Reifens in Verbindung mit der Zentrifugalkraft die örtliche Deformation durch die Wiedergewinnung der Elastizität verschwinden lässt. In diesem Fall spricht man von einem vorübergehenden Problem. Die schnelle Wiedererlangung der Rundheit des Reifens hängt von der Stärke der Deformation ab, die vom Reifendruck und von der Stillstandszeit des Fahrzeuges abhängig ist. Bei langen Stillstandszeiten (Monaten) mit einem nicht adäquaten Druck kann die Deformation permanent werden. Auch bei längeren Stillständen auf mit Öl, Diesel oder Lösungsmitteln getränkten Böden wird dem Reifen Schaden zugefügt, da die besagten Substanzen die Gummimischung zersetzen können, aus dem dieser besteht, so wie auch die Verwendung von Substanzen auf der Basis von Kohlenwasserstoff, die zur Reinigung der Flanken verwendet werden.


VERWENDUNG DER SCHNEEKETTEN

Die längere Verwendung von Schneeketten auf schneefreien Straßen kann die Reifen irreparabel beschädigen und sowohl die Fahrsicherheit beeinträchtigen als auch den Fahrkomfort drastisch einschränken. Es ist daher ratsam, diese sofort abzunehmen, sobald es der Straßenzustand erlaubt, auch um zu vermeiden, dass die Ketten Gummistücke vom Reifenprofil und/oder von der Flanke entfernen, und somit der beschädigte Reifen definitiv unbrauchbar gemacht wird.


TAUSCHEN DER REIFEN

Das Tauschen der Reifen, d.h., ihr systematischer Positionswechsel auf den Fahrzeugachsen ohne Überkreuzung dient dazu, den Belagverschleiß zu optimieren und die Regelmäßigkeit und Homogenität bei der Abnutzung auf der gesamten Reifenprofilfläche zu begünstigen, um die Lebensdauer zu verlängern. Es ist bekannt, dass sich bei Fahrzeugen mit Vorderradantrieb der Verschleiß an der Vorderachse sowie an der Außenschulter des Reifenprofils infolge des Antriebsmomentes und der Lenkwirkung der Räder sowie einer stärkeren Beanspruchung aufgrund der Last und der Bremswirkung zu verstärken tendiert. Im Gegensatz dazu weisen die Reifen bei Hinterradantrieb auf der Hinterachse einen stärkeren Verschleiß in der Mitte des Reifenprofils auf. Daher erfolgt auch der Reifenwechsel je nach Antriebsart mit einer unterschiedlichen Frequenz: alle 8-10.000 km bei Vorderantrieb, alle 10-15.000 km bei Hinterrad- und Allradantrieb.


REGELMÄSSIGE KONTROLLE DER GEOMETRISCHEN WINKEL

Kleine Stöße, vielleicht während eines Einparkmanövers, das Auf- und Abfahren von Gehwegen, das Überqueren von Straßenbahnschienen, ein schlechter Straßenzustand mit Löchern, sind mehr oder weniger große Verletzungen, die langfristig auf den geometrischen Zustand des Fahrzeuges Einfluss nehmen können. Es ist daher zweckmäßig, eine regelmäßige Prüfung der geometrischen Winkel (im Wesentlichen Spur-, Radsturz- und Anstellwinkel) vorzunehmen, um das Verhalten des Fahrzeuges nicht zu beeinträchtigen und die Abnutzung der Reifen, wichtige Faktoren der Sicherheit und Wirtschaftlichkeit, zu optimieren.


WECHSEL VON ZWEI REIFEN

Beim Wechsel von nur zwei Reifen, müssen die neuen Reifen auf der Hinterachse montiert werden, unabhängig vom Antrieb. Denn es handelt sich hierbei um die kritischere Achse, da sie sich nicht direkt unter der Kontrolle des Fahrers befindet, und daher in einen Zustand absoluter Sicherheit und Effizienz versetzt werden muss. In der Tat würde ein schnelles Ablassen der Luft (durch einen Platten oder ein unvorhergesehenes Luftablassen) bei einem auf der Hinterachse montierten Reifen eine schnelle Instabilität dieser Achse und folglich den Verlust der Fahrzeugkontrolle bewirken. So wie ein unvorhergesehener Haftverlust in der Kurve oder auf einer nassen geraden Fahrbahn zu einer Überlenkung mit folglich schwer kontrollierbarer Drehung um die eigene Achse führen könnte.


VERWENDUNG DES ERSATZRADES

Immer mehr Fahrzeuge setzen zur Reduzierung von Gewicht und Platzbedarf anstelle des Ersatzrades Reifen zur vorübergehenden Verwendung ein, die auch als Notrad bezeichnet werden.

Die Angabe "vorübergehende Verwendung" bedeutet, dass das Notrad nur bis zur nächstgelegenen Servicestation verwendet werden darf, um die Reparatur des Standardreifens und dessen erneuten Einbau in das Fahrzeug vorzunehmen. Zudem:


  • Beträgt die zulässige Höchstgeschwindigkeit 80 km/h, unabhängig vom Geschwindigkeitsindex der übrigen Reifen des Fahrzeuges.
  • Kann es wie die Standardreifen mit einem Reifenprofil von bis zu 1,6 mm verwendet werden.
  • Ist die Ausstattung des Fahrzeuges mit zwei Noträdern gleichzeitig nicht gestattet.

Für den Betriebsdruck siehe das Benutzerhandbuch des Fahrzeuges.


REIFENKONTROLLEN

Es sollten regelmäßige Kontrollen der Reifen im Hinblick auf die Abnutzung vorgenommen werden, wobei darauf zu achten ist, dass die Leistungen mit dem Fortschreiten des Reifenprofilverschleißes auf nasser Fahrbahn beträchtlich sinken. Aus diesem Grund ist es empfehlenswert, die Reifen bei einer Profiltiefe von circa 3 Millimetern auszuwechseln. Die Reifenprofiltiefe darf niemals unter der gesetzlichen Grenze liegen (1,6 mm für Fahrzeuge). Ein Austausch der Reifen alle 10.000 - 15.000 km zwischen den Achsen, ohne Überkreuzung, führt zu einer optimalen Abnutzung, sodass sie alle vier gleichzeitig ausgewechselt werden können. Werden nur zwei Reifen ausgewechselt, sind die neuen aus Sicherheitsgründen auf der Hinterachse zu montieren. Ein schnelles Entweichen der Luft (durch einen Platten oder Bersten) aus einem auf der Hinterachse montierten Reifen würde zu einer rapiden Instabilität dieser Achse führen, und folglich zu einem Verlust der Kontrolle über das Fahrzeug. Ein unvorhergesehener Haftungsverlust in der Kurve, auf nasser Fahrbahn, könnte da Phänomen der Überlenkung (Drehen um die eigene Achse) verursachen, das nur schwer kontrollierbar ist.


WENN SICH DER REIFEN BLAU VERFÄRBT

Es kann passieren, dass die Reifen bisweilen auf der Flanke eine "bläuliche" Färbung einnehmen. Es wird darauf hingewiesen, dass es sich bei diesem Phänomen um eine rein ästhetische Erscheinung handelt, die weder die Sicherheit noch die Leistungen der Reifen beeinträchtigt.